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Trauer und Nachruf

Mein Umgang mit Trauer

Dieses ist vermutlich der erste Artikel, den ich weniger für unsere Leser schreibe, als für mich selbst, ein Artikel, in dem ich meine Trauer zu verarbeiten suche, während der Alltag mich umgibt, als sei nichts geschehen.

Gestern hat Monika ihre letzte Reise angetreten. Dieses Mal ging sie allein, nicht mit einer Reisegruppe, nicht mit mir. Ein bewegender Moment für mich, der ich an ihrem Bett in der Palliativstation sitzen durfte und Abschied von ihr nehmen musste.

Monika Ulrike Böer ist gestern verstorben

In den frühen Abendstunden des 22. März 2017 ist Monika Böer, im Alter von 72 Jahren, an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Die medizinische Abteilung der Diakonie, in Düsseldorf Kaiserswerth, konnte ihr Gleiten in das Licht einer anderen Welt leider nicht verhindern.

Und es war wirklich ein sanftes Gleiten, hin zu ihrer neuen Heimat. In den letzten 15 Minuten unseres gemeinsamen Lebens, entspannten sich ihre Gesichtszüge zunehmend und ein verträumter Blick, einem Rinnsal gleich, kam aus ihren Augen, wobei ein weiches Lächeln ihre Mundwinkel zu umspielen schien. Vor mir lag meine geliebte Monika, mit den Gesichtszügen einer schönen, jungen Frau.

Mit Monika Ulrike Böer, verliert die Welt eine erstaunliche Persönlichkeit, die uns allen, die sie kannten, viel Liebe und Kraft geschenkt hat. Ihr Leben stand im Zeichen großer Nächstenliebe und Empathie.

Mich immer wieder beeindruckend, Ihre aktive und dennoch stille Führsorge, für Menschen die Ihre Hilfe brauchten. Und stets überraschend, ihr Pragmatismus, mit dem sie die Probleme löste, die das Leben an uns alle stellt. „In Lösungen denken und es einfach machen“. Mit dieser Lebenseinstellung half sie, wo es nötig war und forderte sie, wo es angebracht erschien. So führte Sie ein stilles aber äußerst sinnhaltiges Leben, das in der Gesellschaft zwar keine große Aufmerksamkeit erlangte aber dennoch unsere Welt ein wenig besser gemacht hat.

Foto. Trauer und Nachruf
Wir können nur den Lebenden, den Hinterbliebenen, helfen

Glücklich kann sein, wer, so wie ich, liebevolle Familienmitglieder und Freunde hat. In der ersten Trauer, nach dem Verlust eines geliebten Menschen, scheint uns die Frage nach dem Warum, so sehr zu beschäftigen, dass wir unsere eigene Gegenwart und Zukunft aus den Augen verlieren könnten. Hier kommt die Hilfe von außen, die Zuwendung, Geduld und Liebe, im richtigen Augenblick und angebracht, wenn wir bereit sind, Diese auch anzunehmen.

Bis gestern war ich noch stabil, pragmatisch planend und handelnd. Doch jetzt überwiegt ein tiefer Schmerz, eine hohe Wand, die selbst errichtet, tief im Herzen, in meinen Gefühlen, ein festes Fundament zu haben scheint. Ich nehme meine Trauer an, das ist der erste Schritt. Betrachte meine Welt von innen und versuche gar nicht erst, jetzt sofort, die hohe Mauer zu überwinden.

Die Helfenden, in ihre Hände begebe ich mich, lasse Trost und Hilfe zu, halte inne, finde Zuwendung und wohltuende Anteilnahme. Ausruhen und die Geborgenheit, in Familie und Freundschaft wahrnehmen, zulassen, annehmen und erleben, so soll es jetzt erstmal sein.

Foto: Neues Leben wächst nach der Trauer

Meine Zukunft beginnt jetzt

Wenn es dann soweit ist, ich werde es fühlen, beginne ich damit die Mauer abzutragen und meine Blicke und Schritte, zurück in die Welt, zu entlassen. –Genauso, wie ich jetzt meine tiefe Trauer bewusst angenommen habe.

Täglich gehen Menschen von uns, es sind ca. 150.000 Leben, die jeden Tag zu Ende gehen. Und täglich entsteht neues Leben, das seinen Weg gefunden hat, um leere Räume auszufüllen, neue noch nicht gelebte Träume wahr werden zu lassen.Meine Zukunft beginnt jetzt

So wächst, gerade jetzt, neues Leben im Bauch meiner lieben Schwiegertochter und neben meine Traurigkeit gesellt sich die Vorfreude auf einen ganz besonderen kleinen Neuankömmling. Meine Zukunft beginnt jetzt!

Monika, liebe Monika, du wirst uns fehlen!