Foto: Stricken ist modern. Stricken mit bunter Wolle

Stricken ist modern

Können Sie sich noch an das Stricken in der Schule erinnern? Die Schulzeit der 50er Jahre hatte das Schulfach Handarbeit für Mädchen und Werken für Jungs. Naja, damals war das Anforderungsprofil der Wirtschaft an die Schulen noch nicht so hoch wie heute.

In den 70er Jahren und spätestens mit den Billigimporten aus China, wurden Strickwaren immer erschwinglicher. Oder sollte man hier vielleicht sagen, immer billiger. Das Stricken kam, in der Folge, aus der Mode und kaum jemand wollte es lernen.
Es gab dann in den 80ern ein Zwischenhoch, das nicht zuletzt von den “Grünen“ ausgelöst wurde, als einige ihrer Abgeordneten strickend in Parlamenten und häufig auf ihren Delegiertenversammlungen zu sehen waren.
Heute ist das Hobby „Stricken“ wieder modern. Besonders bei Jugendlichen und der Gruppe der 20-30 jährigen gilt es als angesagt, denn es macht interessant. Selbst junge Männer greifen zu Wolle und den Nadeln. Wobei einige davon bereits zu Ruhm gelangt sind, weil sich das Fernsehen für sie interessiert hat.

Ein sehr altes Handwerk ist wieder cool

In Vorderasien soll die Wiege dieses Handwerks stehen. Hier begannen die Menschen bereits im zweiten Jahrhundert nach Christi damit, Kleidung mit Stricknadeln und Wolle zu produzieren.
Stricken ist also wieder modern und das ist gut so. Anders als in früheren Zeiten, können die begeisterten Hobby-Strickerinnen und Stricker, sich zum gemeinsamen Handwerk treffen und plaudern, während ihre Werke dabei ständig wachsen. Die Mobilität macht es möglich, den Wunsch nach persönlichen Verabredungen zu erfüllen und Freundschaften entstehen zu lassen oder zu pflegen. Und das in einer Zeit von Internet und Smartphone, wo soziale Kontakte meist nur noch über den kleinen Bildschirm und die Tastatur lebendig sind.

Zur Ruhe kommen

Das überaus kreative Hobby „Stricken“ wirkt beruhigend und lässt die Seele baumeln. Gemäß einer Studie des amerikanischen „Harvard Medical Instituts“ soll das Stricken zu einem vollkommenen Entspannungsgrad führen können. Solch eine Losgelöstheit und Ruhe verschafft sonst nur noch Meditation und Yoga. Wer schon einmal, in sonst völliger Stille, das gleichmäßige Klappern der Stricknadeln gehört hat, wird wissen, dass da etwas dran sein muß.Foto: Stricken ist modern. Fahrrad, bestrickt.

Viele Orte und Gelegenheiten um zu stricken

Wir finden strickende Menschen in Bussen und Bahnen, in Warteräumen und auf Versammlungen, Kongressen und in Meetings. Im Sommer sehen wir sie in Freibädern und an den Stränden. Die Gärten sind einer der bevorzugten Orte, wenn das Wetter schön ist und ein leckeres Getränk, bei der Handarbeit genossen, den Rhythmus manchmal unterbricht. In der Winterzeit steht der Sessel mit den Hobby-Strickerinnen und Strickern nahe am Kamin, dem Ofen oder einer anderen warmen, gemütlichen Ecke.Bild. Stricken ist wieder modern. Mütze Strickarbeit.