Foto: Karneval Rosenmontag

Karneval, Rosenmontag.

Nicht unterwegs mit besoffenen Aufreißern, Ehebrechern, Schlampen und Elitekämpfern.

Heute ist Karneval-Rosenmontag und wir sind nicht unterwegs. Wir begegnen keinen besoffenen Aufreißern, Ehebrechern, Schlampen und selbsternannten Elitekämpfern.

Es ist mal wieder soweit, es darf gesoffen werden, bis der Arzt kommt. Es darf gevögelt werden, bis es nicht mehr geht. In Gruppen, nur in starken Gruppen, darf randaliert, gegrölt und gepöbelt werden. – Und wir nennen das dann Brauchtum oder Rosenmontag.

Saufen und feiern per Verordnung

Ich habe es satt, so satt. Unbemerkt gesteuert, darf das Volk sich beim Karneval mal wieder so richtig gehen lassen. Was sonst höflicher Umgang miteinander, Respekt und Achtung sind, darf mit Hilfe der Alkohollobby und illegaler Drogenhändler,  umgekehrt werden, in den Ausbruch niedrigster Instinkte. Und verschleiert, durch Maskierung, nennt man das dann feiern. Man soll fröhlich sein, den kommenden Frühling begrüßen oder auch den Winter austreiben. Ohne Maskierung und Sauferei, traut man sich ja nicht zu sagen, was man denkt oder zu tun was man möchte.

Rosenmontag als Moralapostel unterwegs

Falls Sie nun denken, da schreibt ein Moralapostel, vielleicht sogar ein vertrockneter, vom Leben enttäuschter alter Mann, so irren Sie. – Doch Ihre Meinung lasse ich Ihnen gern, schließlich weiß ich es besser. Ich sah die Gewaltexzesse, die unangenehme Hemmungslosigkeit. Gut sichtbar die gefüllten Taschen, derer, die ein Geschäft aus diesem Karneval-Rosenmontag, dem sogenannten Volksfest und Brauchtum machen. Habe beobachtet, wie andere Profiteure, aus Politik und Wirtschaft, die Bühne des Karnevals dazu nutzen, das Profil zu stärken. Es wird Nutzen aus dem bunten Treiben gezogen. – Jedes Jahr, aufs Neue, wieder gezogen. Ordensverleihungen, nur weil man mal witzig war und stolze Faust in der Tasche, wenn man in einer Büttenrede Erwähnung fand.- Ja, das stärkt die Macht, macht einflussreicher.

Viele Jahre habe ich, in der Düsseldorfer Altstadt, auch den Karneval-Rosenmontag gefeiert, getrunken, geküsst und mehr getan, als nur fröhlich den Frühling begrüßt. Beendet habe ich diese kalenderverordnete Fröhlichkeit, als mir klar wurde, wie wir manipuliert werden. – Ganz im Sinne von „Brot und Spiele“ für das Volk.

Karneval-Rosenmontag. Passt auf Eure Kinder und Enkel auf.

Wenn Erwachsene, im Karneval,  etwas tun, was nicht in Ordnung ist, so müssen Sie dafür gerade stehen. Wenn Kinder und Jugendliche diesem Treiben zusehen dürfen, müssen oder können, so ist das schädlich für sie. Kinder und Jugendliche müssen, zwangsläufig, davon ausgehen, dass Saufen und Randale ein normales Verhalten im Karneval sei. Vielleicht erklären ja verantwortungsvolle Erwachsene den Kindern, dass es nicht richtig und erst recht nicht erstrebenswert ist, durch die Sauferei seine Kontrolle zu verlieren, nur um fröhlich zu sein.

Allen, die noch bei Sinnen sind und sich an den bunten Kostümen, den kunstvoll gestalteten Wagen, mit ein- und zweideutigen Motiven, erfreuen, wünsche ich einen schönen Rosenmontag.

Und den Polizisten, Rettungskräften und den vielen Ehrenamtlichen, sage ich Dankeschön für´s Helfen und Aufpassen. Und viel Geduld, es wird auch wieder normal, bist zum nächsten „Volksfest“.